Nachhaltigkeits-News: Andermatt Swiss Alps ist GEO-zertifiziert

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Ende September kam die gute Nachricht: Der Andermatt Swiss Alps Golf Course hat die GEO-Zertifizierung erfolgreich durchlaufen. Nur Tage später kam das Unwetter und das Golfplatzgelände wurde zum Auffangbecken für die Hochwasser führende Reuss.

Freude und Leid liegen zuweilen sehr nahe beisammen, das mussten die Verantwortlichen des Andermatt Swiss Alps Golf Course in den vergangenen beiden Wochen erfahren. Ende September kam die E-Mail aus Schottland: Die Golf Environment Organization bestätigte die erfolgreiche GEO-Zertifizierung der Anlage. «Dieser wunderschöne Bergplatz ist solide gepflegt und bietet mit ausgedehnten Wildblumenwiesen und natürlichen Teichen eine Vielzahl an Lebensräumen», schreibt der unabhängige Prüfer David Bily im Zertifizierungsreport. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach führt auf dem Andermatter Golfgelände im 6-Jahres-Turnus eine Bestandsaufnahme der zahlreichen und teilweise seltenen Vogelarten durch, 2021/22 sollen Reptilien und Amphibien erfasst werden. «Der Platz ist Teil eines grossen Resorts mit nachhaltigen Tourismuszielen, entsprechend freue ich mich in den nächsten Jahren auf einige innovative Nachhaltigkeitsprojekte, insbesondere in den Bereichen Ressourcen-Datenmanagement und gesellschaftliche Integration», schreibt Bily weiter. 
 
Auf Hochwasser vorbereitet
Der Zertifizierungsreport weist unter anderem auf die zahlreichen natürlichen Teiche hin, welche das vom Golfgelände ablaufende Wasser filtern ehe es in die Reuss fliesst. Am ersten Oktoberwochenende 2020 nahm das Wasser aber den umgekehrten Weg: Als Folge eines massiven Unwetters hatte die Reuss ihr Bachbett verlassen und war über das Golfgelände gelaufen, respektive die Wassermassen waren gezielt auf fünf nahe der Reuss gelegene Fairways umgeleitet worden um das bewohnte Gebiet zu schützen. «Dieses Notfallszenario wurde beim Bau des Parcours vorgesehen, deshalb sind sämtliche Abschläge und Grüns erhöht; sie waren vom Hochwasser auch nicht betroffen», erklärt Manager und Head Greenkeeper Daniel Speer. Nachhaltigkeit bei Bau und Planung berücksichtigt nämlich auch die Folgen des Klimawandels und stellt sich auf diese ein – Trockenheit und Hochwasser gehören dazu.
Die Spielbahnen 15 und 16 des Andermatt Swiss Alps Golf Course liegen in der Wasserschutzzone S2; Pestizide und Dünger dürfen hier nicht verwendet werden, Grüns und Abschläge sind mit Geotextil-Folien unterfüttert und so vom natürlichen Untergrund getrennt. Aber die Spielbahnen liegen nahe der Reuss und wurden beim Unwetter geflutet. «Wir haben sofort begonnen das Wasser von den beiden Fairways ab- und in die Reuss zurückzupumpen», erklärt Speer die zusätzlichen Vorsichtsmassnahmen im Zusammenhang mit dem Hochwasser. Nun werde sein Team vor dem Einwintern noch möglichst viel Wasser aus den Teichen abpumpen, um im Frühling keine Probleme zu bekommen. Dass diese Teiche wertvolle Dienste leisten, wenn es um die Regulierung des Wasserhaushalts auf dem Platz geht, bestätigt David Bily: «Der Parcours von Andermatt ist gut gerüstet für extreme Wetterereignisse, es hat nicht sehr viele harte, undurchlässige Stellen und die vielen Teiche und Moore helfen starken Regen zu absorbieren. Aber wenn zu viel Wasser kommt, ist man chancenlos.»
 
 
Acht Anlagen GEO-zertifiziert, 33 bei OnCourse registriert
Swiss Golf strebt bis 2027 eine GEO-Zertifizierung sämtlicher Schweizer Golfanlagen an. Per Ende September 2020 haben acht Schweizer Golfanlagen den Status GEO certified® erlangt. Zum gleichen Zeitpunkt waren insgesamt 33 Golfanlagen, die Swiss Golf angeschlossen sind, bei OnCourse® registriert; 17 dieser Clubs haben die Vereinbarung mit dem Verband unterzeichnet und werden im Hinblick auf die GEO-Zertifizierung einen Förderbeitrag erhalten. Drei weitere Clubs sind ISO 14001 geprüft und erfüllen die internationalen Normen im Umweltmanagement.