Von Stroke Play bis StablefordSo viele Gegner wie es Golfer gibt... Amateure und Profis!Long Drive, Trickgolf und populäre Varianten von GolfGolf und NaturRyder Cup - Das grosse Golf SpektakelGolf - Die Vorurteile

Golf macht Spass


Von Stroke Play bis Stableford


Golf ist ein Spiel mit nahezu unbegrenzten Variationen. Es kann alleine, zu zweit oder im Team gespielt werden - und bietet darüber hinaus eine Vielzahl an Wertungssystemen und Spielformen. Zu den bekanntesten Varianten zählen Stroke Play oder Zählspiel, die bedeutendste Wettkampfform im Spitzensport, bei der die Summe aller Schläge gewertet wird, Match Play oder Lochwettspiel, bei dem zwei Spielerinnen, Spieler oder Teams gegeneinander antreten, wobei jedes Loch für sich gewertet wird, sowie Stableford, eine vereinfachte Variante des Stroke Play, die vor allem bei Amateurinnen und Amateuren beliebt ist. Ein Standardkurs besteht aus 18 Löchern - doch auch hier ist Flexibilität gegeben. Aus Zeitgründen werden häufig nur 9 Löcher gespielt. Die Vielzahl an Regeln, die bestimmen, von wem, wann und wie ein Ball gespielt werden darf, schafft zusätzliche Spielmöglichkeiten - auf ein und demselben Platz. Diese Vielfalt ermöglicht jedem Golfer, jeder Golferin, jene Spielform zu wählen, die zum jeweiligen Können, den Vorlieben und zeitlichen Möglichkeiten passt. Gleichzeitig eröffnet sie Raum für Kreativität und individuelle Gestaltung und macht jedes Spiel zu einer neuen, spannenden Herausforderung.

So viele Gegner wie es Golfer gibt... Amateure und Profis!


«Mit irgendwem» zu spielen ist nicht dasselbe wie «irgendwie» zu spielen... im Gegenteil! Eine der größten Besonderheiten des Golfsports, wenn nicht die größte Besonderheit dieses Sports, ist, dass man gegen so vielen Gegner spielen kann, wie es Golfer auf der Welt gibt, sowohl Amateure als auch Profis. In der Tat ist es dank des "Handicap"-Systems möglich, dass ein Golfanfänger mit einem Weltklasse-Profi auf demselben Platz spielen kann und ein Ergebnis ermittelt wird, das die tatsächliche individuelle Leistung jedes Einzelnen widerspiegelt. Dieses System ermöglicht es also, dass ein Spieler mit einem bestimmten Handicap, das heisst eine bestimmte Anzahl zusätzlicher Schläge, mit einem anderen Spieler, der ein niedrigeres Handicap hat, verglichen zu werden.

Was könnte spannender sein, als die Möglichkeit zu haben auf Augenhöhe gegen jemanden zu spielen, der mehr Erfahrung und ein höheres Spielniveau hat?

Long Drive, Trickgolf und populäre Varianten von Golf

Seit jeher liegt im Golf eine besondere Faszination in der Distanz, die ein Ball zurücklegt. Mit der Verbreitung des Sports, der Internationalisierung der Wettkämpfe und der steigenden Popularität der Champions, entstand bald der Wunsch, den «längsten Schlag» zu küren. Viele potenzielle Kandidaten kamen dafür in Frage. Mitte der 1970er Jahre wurde schließlich ein eigenes internationales Long Drive-Event ins Leben gerufen - mit dem Ziel, den weitesten Abschlag der Welt zu küren. So entwickelte sich Long Drive zu einer eigenständigen Disziplin, abgeleitet aus dem klassischen Golf, mit der gleichen Ausrüstung und unter denselben Bedingungen. Das Ziel liegt dabei ausschliesslich darauf, den kleinen weissen Ball so weit wie möglich fliegen zu lassen. Die Attraktivität dieser Disziplin liegt dabei nicht nur in ihrem spektakulären Charakter an sich, sondern auch in der Vielfalt der Anforderungen. Entgegen der landläufigen Meinung, ist nicht allein die Kraft des Golfers entscheidend, sondern vor allem die Schlägerkopfgeschwindigkeit beim Treffmoment. Long Driver bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit, was Körperbau und Stil betrifft, was die Bewerbe besonders spannend und unvorhersehbar macht.

Die World Long Drive Association (WLD) organisiert zahlreiche Formate, darunter den Long Drive for Heroes (eine Benefizveranstaltung für US-Veteranen), die Professional Long Drivers Association (PLDA) Tour, Wettbewerbe im Rahmen der PGA Championship oder die Xtrem Long Drive Tour. Immer wieder sorgen auch spektakuläre Einzelaktionen für Aufsehen - wie z.B. die Challenge von Golf Digest an Justin James im Jahr 2018 (ein Par 5 Green mit dem Abschlag zu treffen) oder der Weltrekord-Schlag des European-Tour-Profis Marcus Armitage, der den längsten Schlag in ein fahrendes Auto landete.

Trickgolf - Apropos Challenge: Golf fordert in hohem Mass Beweglichkeit, Präzision und Geschwindigkeit - Fähigkeiten, die sich auch mit Spass und abseits des Platzes trainieren lassen. Trickgolf hat dabei seit jeher eine besondere Bedeutung. Waren es früher vorwiegend Caddies, die mit atemberaubenden Aktionen und spektakulären Shows eine lukrative Einnahmequelle fanden, sind es heute talentierte Spielerinnen und Spieler, die mit überlangen Schlägern, aus den verrücktesten Lagen oder in atemberaubendem Tempo mehrere Bälle gleichzeitig schlagen. Auch in der Schweiz hat die Migros GolfCard 2021 die Trick Shot Challenge ins Leben gerufen. Alle Videos dieser Trick Shot Challenge 2021 ins Leben gerufen.  Alle Videos dieser Trick Shot Challenge 2021 finden Sie auf dem YouTube-Kanal der Migros GolfCard. Finden Sie heraus, wie es möglich ist, den Ball wie ein Tennisspieler zu schießen, gleichzeitig zwei Serien von Bällen mit zwei Schlägern zu schlagen, oder den Ball aufzuheben, ohne sich zu bücken.

Golf modern: dass Golf nicht nur auf traditionellen Golfplätzen gespielt werden muss, belegen einfachere Formen wie das seit den 1980er Jahren von Frankreich aus sich verbreitende Swingolf, das mit einfacherem Material und vereinfachtem Regelwerk auf verkürzten Anlagen gespielt wird. Immer beliebter werden auch Alternativen wie Urban Golf und Footgolf. Beim Urban Golf wird jedes Gelände zum «Golfplatz» - ob Wiese, Häuserschlucht, Park oder Kiesgrube. Anstelle von Löchern werden markierte Ziele wie Eimer oder Bäume angespielt. Gespielt wird dabei mit weichen Bällen und alten Schlägern. Permanente Urban Golf-Plätze existieren in der Schweiz bereits seit 2018 in Winterthur und Fribourg. Footgolf wiederum kombiniert Golf und Fussball. Es wird hauptsächlich auf Swingolf-Plätzen, auf Kurzplätzen regulärer Golfanlagen oder auf eigens errichteten Anlagen gespielt. Dass sich Footgolf als ernstzunehmende Variante etablieren will, beweisen bereits nationale Verbände (in der Schweiz seit 2009) sowie nationale und internationale Turnierserien und Meisterschaften.

Golf und Natur


Golf ist nicht nur als Sport bekannt, sondern auch für seine beruhigende Wirkung - nicht zuletzt dank der natürlichen, grünen und meist stillen Umgebung, in der Golf gespielt wird. Entgegen mancher Vorurteile sind diese weitläufigen, gepflegten Flächen jedoch nicht der Natur entzogen, sondern bieten, ganz im Gegenteil, Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Ob fliegend, schwimmend oder laufend - ein Golfplatz steckt voller Leben und kann so auch zum Schauplatz ungewöhnlicher und manchmal unvergesslicher Begegnungen werden. Golferinnen und Golfer weltweit berichten von ihren Erlebnissen mit der lokalen Tierwelt. Auch im Internet und den sozialen Medien finden sich zahlreiche Beispiele, die das oft überraschende Miteinander von Mensch und Tier auf dem Golfplatz zeigen. Je nach Region lassen sich Rehe, Enten, Eichhörnchen oder sogar Krokodile auf dem Fairway beobachten, wie sie sich unter die Spielerinnen und Spieler mischen. Darüber hinaus leisten viele Golfanlagen heute einen aktiven Beitrag zum Schutz der Biodiversität und zu nachhaltigem Wassermanagement - etwa durch den Erhalt natürlicher Lebensräume, den bewussten Einsatz von Ressourcen oder die Pflege ökologisch wertvoller Flächen.

Ryder Cup - Das grosse Golf-Spektakel


Der Ryder Cup ist das drittgrößte Sportereignis der Welt. Er wurde 1927 von dem wohlhabenden englischen Geschäftsmann Samuel Ryder ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um den alle zwei Jahre stattfindenden Vergleichskampf zwischen europäischem und amerikanischem Golf. Der Wettbewerb, der bis 1971 nur zwischen amerikanischen und britischen Spielern (Männern) ausgetragen wurde und ab 1973 durch irische Golfer ergänzt wurde, öffnete sich ab 1979 auch anderen europäischen Nationen. Heute zieht der Ryder Cup in der Woche seiner Durchführung an die 300’000 Zuschauer an. Die vielen Fans der beiden rivalisierenden Mannschaften erleben auf imposanten Tribünen eine patriotische Stimmung, die mit der Atmosphäre bei Fußballweltmeisterschaften vergleichbar ist. Es ist ein Traum für jeden Golf-Fan, einmal im Leben einem Ryder Cup beizuwohnen. Da das Spielniveau extrem hoch ist und das Match-Play-Format in der Regel hohe Spannung garantiert, ist es für jeden Golfer eine besondere Auszeichnung, für den Ryder Cup nominiert zu werden. Golf ist im Wettkampf in der Regel eine individuelle Sportart - umso grossartiger ist es, im Rahmen dieses einzigartigen Turniers für das eigene Team vor Tausenden begeisterten Zuschauern antreten zu dürfen. Der Ryder Cup zeigt eindrucksvoll, dass Golf ein Sport ist, der sich hervorragend für grosse, emotionale und spektakuläre Events eignet.

Golf - Die Vorurteile


Ein Spiel für reiche, weisse Männer!

Nein. Golf ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ob jung oder alt, Pensionist, Akademiker oder Arbeiter - auf der Driving Range und dem Platz schwingen Menschen unterschiedlichster Herkunft die Schläger. Und haben, wie in anderen Vereinssportarten auch, die Möglichkeit zur Begegnung über alle vermeintlichen Milieugrenzen hinweg. Zwar gibt es nach wie vor teure und elitäre Clubs, doch die überwiegende Anzahl der Golfclubs - und nicht zuletzt Migros und ASGI (in der Schweiz) bieten nahezu jeder und jedem die Möglichkeit, für wenig Geld in den Golfsport einzutauchen. Hinzu kommt, dass die Ausrüstung nicht nur langlebig, sondern bereits in günstigen Versionen auf dem Markt erhältlich ist.

Ein Zeitvertreib für alte Menschen!

«Haben Sie noch Sex, oder spielen Sie schon Golf?» ist das wohl prominenteste Klischee über Golf. Nun: Die meisten Golferinnen und Golfer begegnen diesem Vorurteil mittlerweile mit gelassenem Lächeln - und denken sich ihren Teil. Denn für Golf gilt, wie auch für andere Sportarten: Wer es nicht probiert hat, sollte sich kein Urteil anmassen, und wer es kennt, der weiss: Golf ist ohne Leidenschaft nicht möglich. Und tatsächlich - auch dank der Jugendarbeit von Swiss Golf und vieler engagierter Clubs - sehen wir immer mehr Kinder und Jugendliche auf den Golfanlagen. Denn auch wenn Golf bis ins hohe Alter auf hohem Niveau gespielt werden kann - je früher man beginnt, desto besser.

Konservative in lächerlichen Outfits!

Falls das jemals so war, gilt es heute längst nicht mehr. War es früher vielleicht üblich, den Freizeitcharakter von Golf in karierten Hosen und bunten Hemden auszudrücken, so hat die Bekleidungsindustrie längst eigene Kollektionen auf den Markt gebracht, die, vergleichbar mit anderen Sportarten, den sportlichen und modischen Anforderungen entsprechen. Allerdings ist die Einhaltung spezieller Bekleidungsvorschriften, wie in allen Sportarten, nach wie vor von Bedeutung. «Das Erbe und die guten Spieltraditionen müssen respektiert werden, aber einige Regeln können geändert werden.» Keith Pelley, ehemaliger CEO der DP World Tour

Zu komplizierte Regeln?

«Einen kleinen Ball mit ungeeignetem Werkzeug in ein kleines Loch zu bugsieren» - klingt zwar einfach, tatsächlich ist aber Golf ein Sport, und ein Spiel, das in der freien Natur stattfindet. Die meisten Regeln dienen der Sicherheit der Spielerinnen und Spieler sowie der Natur und ihrer Bewohner. Manche Regeln sind vielleicht nicht auf Anhieb verständlich, machen aber dennoch Sinn. Deshalb ist es im Golf unumgänglich, einen Regel- und Etikettekurs zu absolvieren. Die meisten Fragen lassen sich dabei einfach klären. Darüber hinaus gibt es in jedem Golfclub der Schweiz sowohl professionelle Lehrer als auch erfahrene Mitglieder, die Fragen beantworten und Ratschläge geben können.

Beim Golf geht es doch immer nur ums Geschäft!

Weit gefehlt. Natürlich haben Golferinnen und Golfer auf und neben dem Platz Gelegenheit und Zeit, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Wer jedoch annimmt, Golf liesse sich so ganz nebenbei während eines Business Meetings spielen, hat Golf noch nicht selbst probiert und auch nicht verstanden. Vielmehr ist es so, dass Golf - und das aktive Leben in einem Club - nicht anders als in anderen Sportvereinen oder sozialen und kulturellen Vereinen die Möglichkeiten zu Begegnungen bietet. Nicht mehr und nicht weniger.

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