Europa will Swiss Golf Ökobilanzmodell

Die von Swiss Golf in Zusammenarbeit mit der Firma Umtec entwickelte Ökobilanz-Methode sorgt international für Aufsehen, wie ein R&A-Videomeeting zeigt.

2021-04-22

Für Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Titel «Golf Course 2030 Switzerland» ernteten die Schweizer viel Lob. Anfang März wurden Swiss Golf und der Niederländische Golfverband in einem der regelmässigen Webinare der R&A, an denen Vertreter der in der EGA (European Golf Association) zusammengeschlossenen nationalen Verbände teilnehmen, explizit als Vorreiter in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit bezeichnet.

Europa hört auf die Schweiz
Beim jüngsten R&A-Webinar vom 15. April gehörte die Bühne den Schweizern. Jan Driessens, Präsident der Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen, stellte das von Swiss Golf gemeinsam mit der auf Umweltberatung spezialisierten Umtec Technologie AG entwickelte Ökobilanz-Modell für den Golfsport vor. «Die Rückmeldungen aus den Reihen der europäischen Golfverbände, welche am Golf-Course-2030-Programm der R&A teilnehmen – sie repräsentieren 92 Prozent der Golfanlagen in Europa – waren überwiegend positiv», erklärt Driessens wenige Tage später. «Ich habe von zahlreichen Verbänden E-Mails mit Anfragen betreffend Anwendung unseres Ökobilanz-Modells erhalten.» Bereits während des Webinars sei ein deutliches Interesse der europäischen Verbände am Schweizer Modell des Specific-Eco-Benefit-Indicator (SEBI) erkennbar gewesen.

Anders als die bisher international angewandten Ökobilanz-Modelle berücksichtigt die SEBI-Methode auch die für den Handprint (ökologischen Nutzen) einer Golfanlage wichtigen Faktoren «Biodiversität» und «Lärm». Der Einbezug sämtlicher umweltrelevanter Faktoren in die Bewertung macht die SEBI-Methode besonders wertvoll. «Gut 90 Prozent der in die Studie einfliessenden Daten sind wissenschaftlich hinterlegt, die restlichen Zahlen werden mit bewährten Prozessen generiert», erklärt Driessens.

Anpassungen nötig
«Golfclubs und Verbände in anderen Ländern können das SEBI-Modell allerdings nicht ohne weiteres 1:1 übernehmen, da unser Modell auf die Schweizer Gesetzgebung abgestimmt ist. Will man das Modell im Ausland nutzen, sind in diesem Punkt länderspezifische Anpassungen notwendig.» Eine zusätzliche Herausforderung stelle die vom Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) geschaffene «Währung» der Umweltbelastungspunkte (UBP) dar. «Anders als die international gängigen ILCD-Punkte, die mehrheitlich nur klimarelevante Daten erfassen, ermöglichen die UBPs den Einbezug sämtlicher umweltrelevanter Daten», erklärt Driessens den grossen Vorteil der Schweizer Besonderheit. Derzeit arbeitet die Golf Environment Organization (GEO) Foundation an einer Analyse, um die Unterschiede der GEO-eigenen Klimabilanz-Methode und der SEBI-Methode aufzuzeigen.
Beide Methoden nutzen als Basis das Online-Tool OnCourse® beziehungsweise die von den Clubs damit gesammelten Daten. «Eine international gängige und akkreditierte Methode, nicht nur die klima- sondern alle umweltrelevanten Daten in eine Ökobilanz einfliessen zu lassen, ist der Wunsch aller; der Weg dorthin ist aber noch lang», sagt Driessens.

 

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