CO2-Bilanz um 70 Prozent verbessert

Biodiversität und CO2-Sequestrierung sorgen dafür, dass Golfanlagen zu den ökologisch nachhaltigsten Sportstätten überhaupt zählen. Mittels Ökobilanz-Analyse wird klar, dass Schweizer Golfanlagen ihren ökologischen Fussabdruck seit 1990 um 70 Prozent verringert haben.

2021-09-13

Mit Beginn der Neunzigerjahre setzte in der Schweiz ein Golf-Boom ein: Von damals 35 ist die Zahl von Golfanlagen auf Schweizer Boden, auf 88 gestiegen, hat sich also mehr als verdoppelt. Verändert hat sich in diesen 31 Jahren aber nicht nur die Zahl der Anlagen und der Golfspielenden – 70'000 neue Golferinnen und Golfer wurden seit 1990 bei Swiss Golf registriert –, sondern auch der ökologische Fussabdruck des Golfsports. Dieser ist aber nicht etwa mitgewachsen, sondern massiv geschrumpft! Für die Branche als Ganzes gerechnet um 29 Prozent. Das ist deutlich mehr als die 25 Prozent, welche der Bund 1990 als Ziel für die Landwirtschaft formuliert hatte.

Im Fokus: UNO-Ziel #13
«Wir sind zwar noch deutlich von unserem Ziel entfernt, bis 2030 CO2-neutral zu sein», sagt Jan Driessens, Vorstandsmitglied von Swiss Golf, «aber umgerechnet auf eine einzelne Golfanlage haben wir die CO2-Bilanz um 70 Prozent verbessern können. Pro einzelnem Golfer sind es gar 86 Prozent.» Das freut den Präsidenten der Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen auch deshalb, weil der Golfsport damit einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Umsetzung der 17 UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDG) leistet. Ziel #13 beinhaltet Massnahmen zum Klimaschutz, die der Golfsport nachweislich erbringt, dies sowohl in Form einer Verkleinerung des ökologischen Fussabdrucks (negative Umweltwirkung) wie auch mittels Vergrösserung des ökologischen Handabdrucks (Umweltnutzen).

Hitliste der ökoeffizientesten Massnahmen
Von nichts kommt nichts – das gilt auch für die Erfolge, die der Golfsport im Bereich der CO2-Bilanz bislang erzielen konnte. Das war und ist nur mit gezielten Massnahmen zu erreichen. Wie ökoeffizient eine Massnahme ist – oder anders gesagt, wie gross der Umweltnutzen pro investiertem Franken ist –, hat Thomas Pohl von der Umtec Technologie AG (UTech AG) im Auftrag von Swiss Golf errechnet. Im Rahmen der Ökobilanz-Analyse SEBI (Specific-Eco-Benefit-Indicator) untersuchte er unter anderem die Ökoeffizienz einzelner Umweltmassnahmen auf Golfanlagen und erstellte eine kleine «Hitliste», welche GEO-zertifizierten Anlagen in der Schweiz im Rahmen des Benchmarkings zugänglich sein wird. Einen kleinen Einblick gewährte Pohl aber bereits beim 9. Swiss Green Economy Symposium (SGES) Anfang September in Winterthur, wo er die ökoeffizientesten Massnahmen in den Bereichen Landnutzung & Biodiversität (SDG #15) und Wasser (SDG #14) präsentierte. «Wenn Waschplätze auf Golfanlagen so umgerüstet werden, dass Öl, Pflanzenschutzmittel, Düngemittel und dergleichen aufgefangen werden, lassen sich mit jedem investierten Franken 12'020 Umweltbelastungspunkte vermeiden», erklärt Pohl die ökoeffizienteste Massnahme in diesem Bereich. Ebenfalls gut investiert sei das Geld bei der Vernetzung der ökologischen Zonen auf einem Golfplatz – das bringt immerhin 7190 vermiedene Umweltbelastungspunkte pro eingesetztem Franken. Die «Toleranzschwelle», ab der eine Umweltmassnahme auch ökonomisch zu empfehlen ist, liegt bei 2500 vermiedenen Umweltbelastungspunkten (vUBP) pro investiertem Franken.

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