SEBI-Analyse für vier weitere Clubs 

Swiss Golf unterstützt vier weitere GEO-zertifizierte Golfanlagen dabei, eine Ökobilanz- und Ökoeffizienzanalyse zu erstellen. Dadurch wird die Datenbank des Verbands so breit aufgestellt, dass sich die gesamte CO2-Belastung der Golfbranche errechnen lässt. Der Schweizer Golfsport soll bis 2030 CO2-neutral sein, so ein Ziel von Swiss Golf.

Im vierten Quartal 2020 hatte Swiss Golf bei der auf Umweltberatung spezialisierten Umtec Technolgie AG (UTech) in Rapperswil ein Ökobilanz-Modell in Auftrag gegeben – das erste im Golfsport, das nicht nur die klima-, sondern sämtliche umweltrelevanten Daten erfasst und in die Bilanz einbezieht. Gleichzeitig wurde eine Ökoeffizienzanalyse (Specific-Eco-Benefit-Indicator, kurz SEBI) erstellt. In die Erarbeitung dieser Modelle waren die beiden GEO-zertifizierten Anlagen des Golf Club Lausanne und des Golfclub Wylihof involviert gewesen – sie stellten ihre Daten zur Verfügung. Das Schweizer Modell hat in den vergangenen Wochen und Monaten international für Aufsehen gesorgt. Nun will Swiss Golf einen Schritt weitergehen.

«Wir haben vier weitere GEO-zertifizierte Golfanlagen ermuntert, gemeinsam mit UTech eine Ökobilanzanalyse zu erstellen und am SEBI-Programm teilzunehmen», sagt Jan Driessens, Präsident der Swiss-Golf-Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen. Der Verband unterstützt diese Analysen finanziell, aber auch die vier Clubs leisten einen finanziellen und personellen Einsatz. «Wenn wir die Daten und Kennzahlen von sechs GEO-zertifizierten Golfanlangen in unserer Datenbank haben, wird ein Benchmarking möglich. Und wir halten bessere Daten zur Biodiversität. Von beidem wird die gesamte Branche profitieren», sagt Driessens. Er geht davon aus, mit dem Datenmaterial von dann sechs Anlagen genügend Informationen zu haben, um die jährlich durch die gesamte Schweizer Golfbranche verursachte CO2-Belastung herausrechnen zu können. «Eine wichtige Kennzahl, denn das Ziel von Swiss Golf ist es, dass die Branche bis 2030 CO2-neutral sein wird.»

Vier Anlagen, vier verschiedene Lebensraumtypen

Die Kriterien für eine Teilnahme an dieser neuen SEBI-Studie (Phase 2) hat die Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen klar definiert: GEO-zertifiziert muss eine Golfanlage sein und sie sollte in einem gänzlich anderen Lebensraumtyp beheimatet sein als die beiden bereits untersuchten Anlagen. «Da hat sich der im rauhen Bergklima liegende Andermatt Swiss Alps Golf Course natürlich geradezu angeboten», sagt Kommissionspräsident Driessens.

Auf der Hand liege auch, dass der Golf Gerre Losone bei dieser Phase 2 der SEBI-Studie dabei ist: «Das Tessin bietet ein gänzlich anderes Klima als der Rest der Schweiz.» Ebenfalls teilnehmen wird der Golf Lipperswil. «Hier wird es spannend zu sehen, welchen Einfluss und welche Auswirkungen die Pflanzung von Obstbäumen auf der Anlage hat», sagt Driessens. Und – last but not least – freut sich der Kommissionspräsident, dass mit dem OSGC Niederbüren eine kurz vor der Zertifizierung stehende Anlage mit an Bord ist. Dies umso mehr, als man in Niederbüren ein spannendes Projekt mit Insekten betreibt. (Mehr dazu im Swiss Golf Magazin 3-2021)

Der OSGC hat sämtliche Arbeiten für die Erstzertifizierung erledigt, am 27. Mai wird der GEO-Verifizierer in Niederbüren vor Ort sein, um die Unterlagen zu prüfen. Der Start von Phase 2 der SEBI-Studie ist für Anfang Juni geplant; bis dann dürfte das GEO-Zertifikat in der Ostschweiz eingetroffen sein.  

 

 

 

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