Sechs Kaderspielerinnen starten in den Staaten

Gleich ein halbes Dutzend Amateurinnen beginnen nächstes Jahr ihr Studium in Amerika. Auf dem Bild von links oben: Lily Hürlimann, Victoria Levy, Anouk Casty, Claudia Blöchliger, Ginnie Lee und Caroline Sturdza.

Nicht zuletzt dank dem Erfolg von Albane Valenzuela und den beiden Lausanner Schwestern Kim und Morgane Métraux folgen weitere Spitzenamateure dem Weg über die amerikanischen Universitäten. Ginnie Lee vom Golfclub Lausanne startet nächsten Herbst an der Virginia Tech, ihre Kollegin Victoria Levy wird an der University of Central Florida (UCF) studieren und die Genferin Caroline Sturdza beginnt im nächsten Jahr in Stanford.

Zu den drei Westschweizerinnen kommen Lily Hürlimann (St. Leon Rot), welche an die Rutgers University wechselt, Anouk Casty (Breitenloo) zieht es nach Miami und Claudia Blöchliger (Entfelden) unterschrieb einen Vertrag mit der University of Albany.

«Für mich war das akademische Niveau wichtig. Wir haben mit zwei professionellen Agenturen gearbeitet», erläutert die 18-jährige Blöchliger. Neben dem guten Angebot in Business und Marketing, spiele das Uni-Team in der höchsten Division. «Da sich Albany relativ weit nördlich befindet, werde ich lernen unter schwierigeren Bedingungen zu spielen, wie Kälte und Wind. Dies wird mich im Golf weiterbringen», ist sie sich sicher. Blöchliger wird nächsten Sommer die «normale», vierjährige Kantons-Schule in Zofingen beenden und startet in den USA mit einem 70 Prozent Stipendium. «Wenn die Leistung stimmt, kann das noch ausgebaut werden», fügt sie an.

 

Sechs verschiedene Unis

«Ich bin sehr stolz auf das 100 Prozent Stipendium», sagt die erst 17-Jährige Levy. Die UCF gelte als Top-Schule, das Team spielt in der ersten Division und die Lage in Orlando, sei ideal. «Deshalb habe ich mich für dieses Angebot der Uni entschieden», fügt die aktuelle Sport-Gymnasiastin an. Ursprünglich hätte sie erst im Herbst 2022 mit dem Studium beginnen wollen, nun kann ich schon im Januar 2022 zum Team stossen.

Ihre Clubkollegin Ginnie Lee freut sich auf ihr Studium in Virginia. «Ich habe mich sofort mit den Coaches von Virginia Tech verstanden, die Uni ist bekannt für ihre technische Ausbildung und bekomme erst noch 70 Prozent der Schulkosten als Stipendium bezahlt», erläutert Lee ihre Wahl. Sie absolviert die Matura wie Levy am Sport-Gymnasium Auguste Piccard in Lausanne, in den USA möchte sie dann wohl IT studieren.

Wie ihre Genfer Kollegin Albane Valenzuela bekommt auch Caroline Sturdza einen Studienplatz an der kalifornischen Stanford-Uni. Diese gilt in allen fast Rankings als Nummer eins für Golferinnen und Golfer. Der bekannteste Absolvent ist immer noch Tiger Woods. «Ich kann es kaum erwarten, mit den besten Studentinnen der Welt zu spielen», sagt Sturdza. «Ich weiss, es wird nicht einfach sein, sich dort überhaupt ins fünfköpfige Team für die Turniere zu qualifizieren, aber ich bin fest überzeugt, dass ich es schaffen kann», erklärt sie kurz nach der finalen Entscheidung für den grossen Schritt in Richtung Kalifornien.

 

Viel Aufwand für die Auswahl

Der Aufwand für die ganze Bewerbung sei schon enorm gross gewesen. Allein in Stanford hätten sie 24 verschiedene Personen um alle möglichen Aspekte rund um Sport und Schule gekümmert. «Ohne die riesige Unterstützung meiner Eltern wäre es gar nicht möglich gewesen, alle Abklärungen zu treffen. Insgesamt hatten wir mit fast 30 Schulen Kontakt, nun bin ich natürlich überglücklich, dass es gerade mit Stanford geklappt hat», ergänzt die ehemalige Schülerin der École Moser in Genf. Die gute Matura-Note habe entscheidend dazu beigetragen und vielleicht habe sie auch von den überzeugenden Leistungen von Albane profitieren können. «Wie sie, werde ich versuchen dem Team etwas zu bringen.»

Die vier Jahre ältere Valenzuela schloss ihr Studium in Stanford diesen Sommer ab, spielt nun auf der amerikanischen LPGA, aber kennt Sturdza natürlich schon lange: «Sie hat unglaubliches Talent und viel Potenzial. Ich bin so froh, dass sie nach Stanford geht, es ist ein fantastisches College. Sie wird es lieben!»

 

23 Kader-Spieler in den USA

Aktuell sind nicht weniger als acht Männer und neun Frauen in den verschiedenen amerikanischen Universitäten eingeschrieben, welche bei Swiss Golf in ein Amateur-Kader integriert sind. Dazu kommen noch knapp ein halbes Dutzend weitere Schweizer Studenten in den Staaten ausserhalb der Swiss Golf Kader. Mit den sechs Amateurinnen die 2021 starten, sind es dann über 20, welche in den USA College Golf spielen.

Dabei fällt auf, dass dieses Jahr kein einziger neuer männlicher Student einen Stipendien-Vertrag unterschrieben hat. «Wegen Corona konnten viele der geförderten Sportler noch ein Jahr anhängen. So fehlen auch Plätze für neue Köpfe im Team. Bei den Männern stehen insgesamt im Golf weniger Stipendien zur Verfügung, gleichzeitig ist der internationale Konkurrenzkampf um diese Plätze deutlich grösser», erläutert Marc Chatelain, Chef Leistungssport bei Swiss Golf.

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