Golf ist eine Freudenquelle

Unendliche Variationsmöglichkeiten

Das Golfspiel ermöglicht viele Variationen. Und mit "viele" ist gemeint: unendliche. Golf kann nicht nur alleine, mit anderen oder in Teams gespielt werden, sondern bietet auch verschiedene Wertungsmöglichkeiten oder unterschiedliche Spielformeln. Zu den bekanntesten Varianten gehören Stroke Play, das vor allem auf höchstem Niveau die bevorzugte Spielform im Wettkampf ist, Match Play, bei dem zwei Spieler oder Teams gegeneinander antreten, und Stableford, eine tolerantere Variante des Stroke Play. Zudem sind auf einem Standardkurs 18 Löcher zu spielen, aber es ist natürlich auch möglich, weniger zu spielen. Sehr oft wird aus Zeitgründen die Hälfte eines Kurses gespielt, d.h. 9 Löcher. So viele Varianten, die sich dank der verschiedenen Regeln, die sich auf denselben Platz beziehen und die bestimmen sollen, von wem, wann und wie ein Ball gespielt werden kann, vervielfachen lassen. All diese Faktoren ermöglichen es nicht nur jedem Spielertyp, die Spielformel zu finden, die am besten zu seinen Gegebenheiten passt, sondern lassen auch der Phantasie aller Golfer freien Lauf, die jedes Spiel einzigartig und unterhaltsam gestalten möchte, um echte golferische Herausforderungen zu schaffen.

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So viele Gegner wie es Golfer gibt... Amateure und Profis!

«Mit irgendwem» zu spielen ist nicht dasselbe wie «irgendwie» zu spielen... im Gegenteil! Eine der größten Besonderheiten des Golfsports, wenn nicht die größte Besonderheit dieses Sports, ist, dass man gegen so vielen Gegner spielen kann, wie es Golfer auf der Welt gibt, sowohl Amateure als auch Profis. In der Tat ist es dank des "Handicap"-Systems möglich, dass ein Golfanfänger mit einem Weltklasse-Profi auf demselben Platz spielen kann und ein Ergebnis ermittelt wird, das die tatsächliche individuelle Leistung jedes Einzelnen widerspiegelt. Dieses System ermöglicht es also, dass ein Spieler mit einem bestimmten Handicap, das heisst eine bestimmte Anzahl zusätzlicher Schläge, mit einem anderen Spieler, der ein niedrigeres Handicap hat, verglichen zu werden.

Was könnte spannender sein, als die Möglichkeit zu haben auf Augenhöhe gegen jemanden zu spielen, der mehr Erfahrung und ein höheres Spielniveau hat?

Golf und seine Derivate

Seit ewig gibt es im Golf eine Faszination für die Distanz, die der Ball zurücklegt. Als sich der Sport verbreitete, die Wettkämpfe international wurden und die Champions bekannt wurden, ergab sich die Gelegenheit, sich zum längsten "Schläger" der Welt zu erklären und damit gab es viele potentielle Kandidaten. Mitte der 70er Jahre wurde schließlich ein spezielles internationales "Long Drive"-Event organisiert, um diesen Titel offiziell zu vergeben. So wurde der "Long Drive" zu einer eigenen Sportdisziplin, die vom Golf abgeleitet war und die mit der gleichen Ausrüstung und auf der selben Oberfläche ausgeübt wurde. Nur mit dem einzigen Ziel: den berühmten kleinen weißen Ball so weit wie möglich fliegen zu lassen. Was diese Disziplin besonders attraktiv macht, ist nicht nur ihr spektakulärer Aspekt, sondern auch die Komponenten, die notwendig sind, um sie zu beherrschen. Im Gegensatz zu dem was man denken könnte, ist es nicht die Kraft des Golfers, die den Unterschied macht, sondern die Geschwindigkeit, mit der er/sie in der Lage ist, den Ball zu schlagen. Die verschiedenen Profile der Langschläger sind also vielfältig, was die Show umso spannender und die Prognosen nicht ganz einfach macht.

Die World Long Drive Association (WLD) bietet verschiedene Long Drive-Wettkämpfe an: den Long Drive for Heroes (eine Veranstaltung, die Spenden für amerikanische Veteranen sammeln soll), die Professional Long Drivers Association (PLDA) Tour, verschiedene Long Drive-Wettbewerbe, die in die PGA Championship integriert sind und die XTREM Long Drive Tour. Auch Herausforderungen an Long Drive-Champions gibt es immer wieder und dies zur grössten Freude der Fans, wie z.B. die Herausforderung von Golf Digest an Justin James im Jahr 2018 oder der außergewöhnliche Trickschlag des European-Tour-Spielers Marcus Armitage, der den Guinness-Weltrekord für den längsten Schlag in einem fahrenden Auto brach.

Apropos Herausforderung: Golf im Allgemeinen ist extrem anspruchsvoll, weil es sowohl Beweglichkeit als auch Geschwindigkeit und Genauigkeit erfordert. Das sind alles Fähigkeiten, die man mit viel Spaß und überall üben kann! Während der langen und erzwungenen Schließung von Golfplätzen aufgrund der Covid-19-Pandemie wurden so genannte "Trickshots" zur besten Möglichkeit, den Sport weiter auszuüben, was zu einem erheblichen Anstieg der Kreativität unter den «White-Ball-Enthusiasten» führte. Videos von Jongliervorführungen, Trickaufnahmen in jedem Raum des Hauses, mit der Teilnahme jedes Haushaltsmitglieds, ausgestattet mit einem seltsamen und vielfältigen Material, haben das Web überschwemmt. Inspiriert von dieser Welle an kreativem und spontanem Golf-Content hat die öffentliche Golforganisation Migros GolfCard die Trick Shot Challenge 2021 ins Leben gerufen. Bis Ende 2021 sind alle Migros GolfCard-Besitzer und Mitglieder der Migros GolfPark-Golfclubs eingeladen, ein Video ihres besten Trickschlags einzusenden, das veröffentlicht wird und von einer Fachjury nach Kategorien (Anfänger, Amateur, Profi) bewertet wird. Jeden Monat werden mehrere Gewinner bekannt gegeben. Sie können dann entdecken, wie es möglich ist, den Ball wie ein Tennisspieler zu schießen, zwei Serien von Bällen mit zwei Schlägern zu schießen, oder wie man den Ball zurückholen kann, ohne sich zu bücken.

Alle Videos der Trick Shot Challenge 2021 finden Sie auf dem Youtube-Kanal Migros Golf Card.

Es ist auch möglich, vom traditionellen Golfplatz wegzukommen und andere Formen von Golf zu spielen. Urban Golf und Footgolf sind weitere Varianten des traditionellen Golfspiels, die immer beliebter werden. Urban Golf ist ein All-Terrain-Spiel, das auf jeder Oberfläche gespielt werden kann: auf einem Feld, in der Stadt, in einem Park oder einer Kiesgrube. Ziel ist es nicht mehr, Löcher zu spielen, sondern markierte Elemente wie Eimer oder Bäume zu erreichen. Urban Golf wird mit weicheren Bällen und möglichst alten Schlägern gespielt. Im April 2018 eröffnete die Stadt Winterthur den ersten permanenten urbanen Golfplatz der Schweiz, ein weiterer, kürzerer Platz existiert bereits seit einiger Zeit in der Stadt Freiburg. Footgolf hingegen ist eine Hybrid-Disziplin, die Golf und Fußball mischt. Es wird hauptsächlich auf denselben Plätzen gespielt wie Swin Golf (die so genannte populäre Version des Golfs, die nur einen Schläger benötigt und auf kürzeren Plätzen gespielt wird als traditionelle Golfplätze). Das Ziel von Footgolf ist, einen Fußball mit möglichst wenigen Schlägen in ein Loch zu befördern. In der französischsprachigen Schweiz kann man in den Kantonen Vaud, Valais und Jura Footgolf ausprobieren.

Unwahrscheinliche Treffen

Golf ist auch für seine beruhigenden Eigenschaften bekannt, die vor allem aus dem natürlichen, grünen und ruhigen Umfeld resultieren, in dem es praktiziert wird. Aber diese großen, grünen und in der Regel gut gepflegten Flächen sind auch und vor allem die Heimat einer lebendigen Flora und Fauna. Fliegende, aquatische oder irdische Lebewesen - ein Golfplatz kann voller Leben sein und zum Schauplatz einiger recht unwahrscheinlicher und denkwürdiger Treffen werden. Wenn Sie noch kein Golfer sind oder gerade erst anfangen, fragen Sie doch einen erfahrenen Golfer, Ihnen von seinen überraschendsten Begegnungen auf dem Golfplatz zu erzählen. Wenn Sie im Internet oder in sozialen Netzwerken nach Inhalten zum Thema Golf suchen, können Sie auch viele Videos entdecken, die das überraschende Zusammenleben von Golfern mit der lokalen Tierwelt zeigen. Je nach Ort und Region laden sich manchmal Rehe, Enten, Eichhörnchen oder sogar Krokodile zu einer Golfrunde ein.

Die Golf-Show - Nervenkitzel garantiert

Das drittgrößte Sportereignis der Welt, der Ryder Cup, wurde 1927 von dem wohlhabenden englischen Businessman Samuel Ryder erfunden und ist der alle zwei Jahre stattfindende "Clash" zwischen europäischem und amerikanischem Golf. Der Wettbewerb, der bis 1971 nur zwischen Amerikanern und Briten ausgetragen wurde und sich ab 1979 auch für andere europäische Nationen öffnete, lockt heute mehr als 300.000 Zuschauer im Laufe einer Woche an. Die vielen Anhänger der beiden rivalisierenden Mannschaften, die auf den schwindelerregenden Tribünen sitzen, erleben eine patriotische Leidenschaft, die man mit den größten Fußballweltmeisterschaften vergleichen kann. Ein Traum für jeden Golf-Fan. Ein Traum auch für jeden Profispieler, der zur Teilnahme eingeladen wurde. Da das Spielniveau so hoch ist und die Match-Play-Formel eine noch nie dagewesene Spannung in der Welt des Golfsports garantiert, ist es in der Tat eine große Ehre für die ausgewählten Golfer im Ryder Cup zu spielen. Normalerweise ist ja Golf, vor allem im Wettkampf, eine individuelle Sportart und es ist einfach grossartig während diesem Wettkampf für seine eigene Mannschaft vor Tausenden begeisterten Anhängern spielen zu dürfen.

So wie es der Ryder Cup geschafft hat, gibt es keinen Zweifel daran, dass Golf ein Sport ist, der sich perfekt für groß angelegte und spektakuläre Events eignet und für Spannung und Nervenkitzel sorgt.

Was ist mit den Klischees, die mit Golf verbunden sind?

  • Ist Golf ein Sport für reiche Männer? Nein. Eine der Revolutionen des Sports ist das Startgeld. "Die Golfmarken bieten Einsteigerpakete zu wirklich interessanten Preisen an. Jetzt kann man mit etwa 500 Franken anfangen, während es früher eher 1500 Franken waren." Yann Meunier, Lausanne Golf Center.
  • Ist Golf ein Sport für alte Menschen? Nein. Man kann schon in sehr jungen Jahren mit dem Golfsport beginnen und sofort viel Freude und Herausforderung finden. "Wir sehen immer mehr junge Leute, die ab dem Alter von 5 Jahren spielen. Die Marken haben Geräte speziell für sie entwickelt. Sie haben nun die Wahl." Yann Meunier, Lausanne Golf Center
  • Einen altmodischen Dresscode für Golf? Nicht mehr. Karierte Hosen und Lederschuhe sind nicht mehr in Mode. Andererseits ist die Einhaltung der Etikette nach wie vor erforderlich. "Das Erbe und die guten Traditionen des Spiels müssen respektiert werden, aber einige Regeln können geändert werden." Keith Pelley, CEO der European Tour
  • Zu komplizierte Regeln? Sie müssen nicht alle Feinheiten des Spiels kennen, um loszulegen und schnell viel Spass auf dem Platz zu haben! Ausserdem gibt es in jedem Golfclub der Schweiz professionelle Lehrer, die Ratschläge und Unterricht geben.