Thunersee als zehnte Anlage GEO-zertifiziert 

Der Schweizer Golfsport positioniert sich immer deutlicher als Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit. Mit dem Golfclub Thunersee erlangte die zehnte Schweizer Golfanlage den Status «GEO certified». Weitere Clubs stehen kurz vor der Zertifizierung.

Jan Driessens, Präsident der Swiss-Golf-Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen, hat Grund zur Freude: Im Februar erhielt der Golfclub Thunersee die Nachricht, die GEO-Zertifizierung erfolgreich durchlaufen zu haben. «Damit kommen wir der Zahl von 20 GEO-zertifizierten Clubs, die wir für ein gutes Benchmarking und den Austausch von ‚best practices‘ benötigen, einen weiteren Schritt näher», freut sich Driessens. Er gibt sich zuversichtlich, dass in den kommenden Monaten, weitere Erfolgsmeldungen über GEO-Zertifizierungen von Schweizer Golfanlagen eintreffen werden und die 20er-Marke bis Jahresende übersprungen wird. «Mehrere Clubs haben den Winter genutzt, um an der GEO-Zertifizierung zu arbeiten, sie gehen jetzt in die Verifizierungsphase.»

Vorbildlicher Einsatz

Der Golfclub Thunersee hat auch diesen finalen Prüfungsschritt bereits erfolgreich hinter sich gebracht. Hector Forcen hat dafür die Zertifizierungsunterlagen des Golfclub Thunersee als unabhängiger Prüfer im Auftrag der GEO Foundation unter die Lupe genommen. Die in Schottland ansässige Golf Environment Organization GEO verwaltet das weltweit führende Nachhaltigkeitssystem für den Golfsport.

Forcen schreibt in seinem Prüfbericht: «Der Golfclub Thunersee ist eine erfolgreiche Anlage, eingebettet in eine imposante Bergkulisse. Vorbildlich sind der Einsatz von Mikroorganismen für biologisch gesunde Böden, sowie die sehr restriktive Verwendung chemischer Produkte. Thunersee ist eine interessante Anlage, die sich von konventionellen Golfclubs abhebt und den Golfsport in der Region aktiv fördert.»

 

Thunersee präsentiert sich mit «walk talks»

Forcen führt in seinem Prüfbericht detailliert aus, was die Anlage so besonders, vor allem aber nachhaltig macht. Unter anderem sind dies die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und NGOs wie Pro Natura, ebenso die beim Umbau 2015 neu kreierten Naturflächen. Zukunftsweisend auch das: Gemeinsam mit Steiner & Partner führte der Club mit Hilfe von wöchentlichen Drohnenflügen ein Evaluierungs- und Überwachungsprojekt zur Förderung einer nachhaltigen Sportrasenpflege durch.

Ebenfalls bemerkenswert: Zu Beginn der Saison werden Bodentests durchgeführt, um die physikalischen Eigenschaften und den Nährstoffbedarf zu ermitteln. Für die Düngung werden hauptsächlich organische Mittel verwendet. Seit einigen Jahren arbeitet der Headgreenkeeper zudem mit Produkten, welche die im Boden und Wasser vorhandenen Mikroorganismen aktivieren und deren natürliche Wirkung maximieren. Pluspunkte hinsichtlich Nachhaltigkeit sammelt der Golfclub Thunersee auch im gesellschaftlichen Bereich. Für seine Mitglieder wird der Club gemeinsam mit Pro Natura Golfplatz-Begehungen («walk talks») organisieren. Wo das strenge Auge des Prüfers noch Nachholbedarf sieht: «Der Club sollte seine Nachhaltigkeits-Projekte und Erfolge verstärkt kommunizieren.»

 

 

 

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