Nachhaltigkeits-News: ETH-Studenten pflanzen Bäume in Samedan

image description
Den Wasserverbrauch zu reduzieren ist ein Kernziel der Nachhaltigkeitsstrategie von Swiss Golf. Für Engadin Golf erarbeiten sechs ETH-Studierende ein Projekt, um mit Hilfe von gut platzierten Baumgruppen langfristig Wasser zu sparen.

An der ETH in Zürich hat man ein waches Auge auf den Golfsport. Sechs Teilnehmer des Studiengangs «Umweltproblemlösen» haben sich im Frühlingssemester 2020 vertieft mit dem Thema Nachhaltigkeit im Golfsport auseinandergesetzt. Oliver Abo el Fateh, Zora Doppmann, Leonie Joray, Paula Rouiller, Marine Riesterer und Bianca Stocker schlossen sich zu einer Arbeitsgruppe zusammen. 

Einerseits wollen die sechs Studierenden die Öffentlichkeit mittels eines Zeitungsartikels darüber aufklären, dass Golf in der Schweiz sehr viel umweltfreundlicher und nachhaltiger ausgestaltet ist, als beispielsweise die Fernsehbilder vom US Masters in Augusta vermuten lassen. Andererseits hat die Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Engadin Golf Samedan ein Projekt lanciert, das erst in zwei bis drei Jahrzehnten richtig Früchte tragen wird, dann aber zur Verringerung des Wasserverbrauchs auf dem ältesten 18-Loch-Platz der Schweiz beitragen soll. 
 
Sechs Nadelbäume richtig platziert
Die klimatischen Bedingungen im Engadin stellen die Greenkeeper des auf knapp 1800 Meter über Meer gelegenen Golfplatz‘ von Samedan vor besondere Herausforderungen. Zwar wird das Gras im Hochsommer nicht ganz so tief geschnitten, dennoch ist an exponierten Stellen oftmals eine zusätzliche Bewässerung notwendig. In Kooperation mit Headgreenkeeper Alfi Stoisser haben die sechs Studierenden ein Projekt erarbeitet, um den Wasserverbrauch auf natürliche Weise zu reduzieren. Neu zu pflanzende, geschickt platzierte Bauminseln sollen durch Schattenwurf die Austrocknung des Bodens an besonders beanspruchten Stellen verhindern.
 
Zwei «Föhren-Inseln»
Den richtigen Standort hat die Arbeitsgruppe bereits gefunden: links neben den Herrenabschlägen von Spielbahn 7, dem einzigen Par 3 auf den Front Nine. In die Berechnung des richtigen Standorts eingeflossen sind Sonnenstand, Einfallwinkel und Sonnenscheindauer. Im Abstand von jeweils zweieinhalb Metern sollen zwei «Föhren-Inseln» mit je drei Bäumen gepflanzt werden. Sobald die Nadelbäume eine Höhe von 11,5 Metern erreicht haben, werden sie im Hochsommer in der zweiten Nachmittagshälfte Schatten auf die Tee-Boxen werfen, dadurch für Abkühlung sorgen und die Austrocknung des Bodens verringern. Dies wird aber vermutlich erst in 30 Jahren der Fall sein...
Die komplizierten Standortberechnungen sind abgeschlossen, der richtige Platz für die neu zu pflanzenden Föhren ist auf dem gefunden, die Studiengruppe kennt ihn bislang aber nur auf dem Papier. Die Studierenden haben sich im Sommer bereits mit Jan Driessens, Präsident der Swiss-Golf-Kommission Nachhaltigkeit & Golfanlagen, getroffen und ihm das Projekt vorgestellt. Als nächster Schritt ist ein Augenschein vor Ort geplant, den die Studierenden noch diesen Herbst vornehmen wollen. Die Pflanzung der Bäume soll Frühling 2021 erfolgen.