Sohn Charlie stiehlt Vater Tiger die Show

image description
Tiger Woods wird von seinem Sohn Charlie beim Team-Event der PGA Tour in den Schatten gestellt.

Wer am Wochenende die PNC Championship in Florida verfolgt hat, hätte meinen können, er habe Tiger Woods mit seinem Mini-Me Golf spielen sehen. So sehr erinnerte der elfjährige Filius Charlie an seinen Papa. Für das Vater-Sohn-Gespann natürlich nichts Neues. Immerhin gilt Tiger als Mentor seines Sohnes und die beiden standen schonetliche Male gemeinsam auf dem Platz. Die Öffentlichkeit machte aber grosse Augen. Nahezu jede Bewegung von Charlie wurde dokumentiert und kommentiert. Das soziale Netz war voll von Videos und Fotos der beiden Woods. Auf wem der primäre Fokus lag, war jedoch klar. Tiger wurde von seinem Sohn zumindest medial in den Schatten gestellt.

Eine ungewohnte Situation für den 15-maligen Major-Sieger, der eigentlich stets die meisten Kameras anzieht. "Ich erlebe es zum ersten Mal, dass bei einem Turnier, bei dem Tiger Woods mitspielt, nicht er selbst der Star der Show ist", sagte Padraig Harrington, der ebenfalls mit seinem Sohn antrat. "Wir alle gehen über die Range und halten kurz an, um Charlie zuzuschauen. Es ist unglaublich, was er für eine Begeisterung auslöst." Bei all dem Trubel, der um das Woods-Duo herrschte, war aber besonders eine Parallele ganz entscheidend: Auch Charlie trifft die Kugel richtig gut.

Davon konnte man sich an den beiden Turniertagen überzeugen. Sonst hätten Tiger und Charlie das Familienevent, das im Scramble-Format ausgetragen wurde, nicht auf dem siebten Rang abgeschlossen. Bei der PNC Championship stand jedenfalls der Spaß im Vordergrund. Alle 20 Teams hatten über weite Strecken des Turniers ein Grinsen im Gesicht und genossen die familiäre Atmosphäre auf dem Golfplatz so kurz vor Weihnachten. Gerade für die aktiven Golfer eine willkommene Abwechslung und ein schöner Abschluss eines ansonsten turbulenten Jahres. Private Familienduelle wie das von Thomas und Woods sorgten nicht nur bei den Zuschauern an den TV-Geräten für Unterhaltung. "Es war umkämpft, spassig und unvergesslich", sagte Justin Thomas, der gemeinsam mit seinem Papa Mike antrat. "Wir haben viel gescherzt." 

Und am Ende werden sich Charlie und Tiger wohl einiges anhören müssen. Denn mit einem Gesamtergebnis von 25 unter Par gewann das Team Thomas das Turnier knapp vor Team Singh (-24). Vor allem die Leistung am Sonntag war beeindruckend. Auf 15 von 18 Löchern des Ritz-Carlton Golf Resorts notierten Justin und Mike Birdies und überflügelten somit die namhafte Konkurrenz.